Stricken oder Häkeln: Was ist einfacher?
Das ist eine Frage, die sich bestimmt schon jede handarbeitsbegeisterte Person einmal gestellt hat. Und die Antwort darauf ist gar nicht mal so leicht. Vorlieben sind unterschiedlich und jeder lernt anders. Wir gehen dem Ganzen auf den Grund, um dir die Entscheidung zu erleichtern. Und egal, ob du strickst oder häkelst, fest steht: Beide Hobbys sind kreativ, wunderbar entspannend und machen Lust auf mehr. Starten wir rein!
Du magst keine Cliffhanger?
Was unterscheidet das Stricken vom Häkeln?
Stricken und Häkeln werden gerne mal in einen Topf geworfen. Doch sind beide Techniken wirklich so ähnlich? Wir schauen uns das mal genauer an.
Stricken:
Stricken erfordert mindestens zwei Nadeln, auf denen alle Maschen des Strickstücks liegen. Beim Stricken werden offene Schlingen gebildet, durch die der Arbeitsfaden Reihe für Reihe mitgeführt wird. Das macht Gestricktes besonders elastisch und anschmiegsam, aber auch anfälliger für Fallmaschen.
Gut zu wissen: Beim Stricken gibt es zwei Grundmaschen auf denen fast jedes Strickstück aufbaut: die linke und die rechte Masche. Variiert können aus ihnen unzählige Muster gebildet werden.
Häkeln:
Beim Häkeln brauchst du nur eine Nadel. Sie hat vorne einen Haken, mit dem du das Garn durch die Maschen holen kannst. Anders als beim Stricken bildest du beim Häkeln einzelne abgeschlossene Maschen und keine offenen Schlingen. So hast du immer nur eine Masche auf der Nadel und die Arbeit kann sich auch nicht so schnell aufribbeln. Das Häkelstück wird dadurch aber auch wesentlich fester und verbraucht mehr Garn.
Gut zu wissen: Beim Häkeln gibt es vier Grundtechniken auf denen sich alles aufbaut. Beherrschst du diese, kannst du schnell weitere Mustervariationen ausprobieren.
Wir erklären dir alles, was du über das Häkeln wissen musst. Von der Grundtechnik bis zum ersten kleinen Projekt.
Keine Zwillinge, aber Geschwister.
Was haben Stricken und Häkeln gemeinsam?
Am Anfang steht die Wolle. Denn egal, ob du strickst oder häkelst, das Garn ist der Star deiner Arbeit. Bei beiden Techniken entsteht Masche für Masche ein Textil, in dem Zeit, Fingerfertigkeit und Liebe stecken. Zudem sind beide Techniken vielseitig einsetzbar, ermöglichen Farb- und Strukturmuster und können sogar kombiniert werden – dazu aber später mehr.
Welche Wolle benötige ich zum Stricken oder Häkeln?
Die richtige Wolle auszuwählen ist manchmal gar nicht so einfach. Prinzipiell ist alles erlaubt, was gefällt. Dennoch gibt es bei beiden Techniken Besonderheiten.
Mit Wolle stricken:
Die Auswahl an Wolle zum Stricken ist riesig und die Möglichkeiten fast unbegrenzt. Je nach Projekt und Jahreszeit hast du vielfältige Garnoptionen. Für einen warmen Norwegerpulli eignen sich robuste Garne aus Schurwolle. Für luftig, leichte Tücher und Cardigans sind Mohair und Alpaka wunderschön.
Mit Wolle häkeln:
Und wie sieht es beim Häkeln aus? Auch hier kannst du dich ausprobieren. Unserer Erfahrung nach eignen sich jedoch eng gesponnene Garne besser zum Häkeln als solche, die nur locker verzwirnt sind, weil sie sich schnell spalten. Deshalb sind Baumwolle oder glatte Merinogarne häufig die erste Wahl.
Nadel ist nicht gleich Nadel.
Was unterscheidet Strick- von Häkelnadeln?
Das Hauptunterscheidungsmerkmal von Strick- und Häkelnadeln haben wir bereits kennengelernt. Doch auch innerhalb der eigenen Werzeugkategorie gibt es Unterschiede.
Stricknadeln:
Beim Strickwerkzeug kann man grob zwischen Nadelspielen und Stricknadeln mit Seil unterscheiden. Nadelspiele eignen sich besonders gut für kleine Projekte mit geringem Umfang, wie Socken oder Mützen. Sie bestehen aus fünf Nadeln mit denen man je nach Projekt in Runden oder mit nur jeweils zwei Nadeln hin und her stricken kann. Rundstricknadeln mit Seilen eignen sich insbesondere für große Projekte. Mit ihnen kannst du in Hin und Rückreihen, aber auch in Runden stricken.
Häkelnadeln:
Häkelnadeln gibt es aus den unterschiedlichsten Materialien. Die gängigsten sind jedoch Holz und Metall. Gerade für Einsteiger kann eine Häkelnadel mit ergonomischem Griff eine Wohltat für die am Anfang noch recht verkrampften Hände sein. Nadeln aus Holz erzeugen mehr Reibung, sodass das Garn nicht so schnell vom Haken rutscht.
Die Gretchenfrage ein für alle mal geklärt. Oder doch nicht?
Was ist einfacher - Stricken oder Häkeln?
Vielen fällt der Einstieg in das Häkeln wesentlich leichter, da nur eine Nadel benötigt wird und das Risiko für Fallmaschen ausbleibt. Die Koordination der neuen Bewegungsabläufe fällt mit einer Nadel deutlich leichter und ist deshalb auch für kreative Projekte mit Kindern sehr beliebt. Häkeln kann daher ein guter Start in die Handarbeit mit Wolle sein. Das soll aber nicht heißen, dass du nicht auch mit dem Stricken beginnen kannst. Wichtig ist, dass du die Technik auswählst, die sich richtig für dich anfühlt und deinen Vorlieben entspricht. Wenn du Freude an deinem Projekt hast, wirst du schnell Fortschritte machen. Hör also auf dein kreatives Handarbeitsherz.
Noch immer ratlos? Mach das Quiz!
Sechs kurze Fragen, eine ehrliche Empfehlung. Der Messer zeigt live, wohin du dich neigst.
Stricken oder Häkeln – was passt zu dir?
Noch ausgeglichen.
Teste die Techniken aus
Hand aufs Herz: Manchmal muss man einfach ausprobieren. Denn was theoretisch ansprechend klingt, muss nicht unbedingt in der Praxis das Richtige für dich sein. Das Handgefühl ist hier entscheidend. Weil wir wissen, dass ein neues Hobby gerade am Anfang etwas überfordernd sein kann, haben wir dir ein paar Anleitungen zusammengestellt, die Klarheit schaffen.
Stricken und Häkeln kombinieren
Viele Strick- und Häkelanleitungen beweisen: Du musst dich gar nicht zwingend zwischen Stricken oder Häkeln entscheiden, denn beide Techniken funktionieren ganz wunderbar zusammen. Der Grannysquare-Pullover bekommt mit einer gestickten Blende einen hochwertigen Abschluss und das Strickkleid mit dekorativer Häkelborte eine verträumte Note.
Für alle Unentschlossenen: Tunesisch Häkeln
Du kannst dich nicht zwischen Häkeln und Stricken entscheiden? Vielleicht ist tunesisch Häkeln dann genau das richtige für dich. Tunesisch Häkeln ist eine spannende Symbiose aus beiden Techniken. Hier arbeitest du mit einer extra langen Häkelnadel und hast ähnlich wie beim Stricken alle Maschen deiner Arbeit auf einer Nadel. Beim tunesischen Häkeln gibt es immer zwei Durchgänge: Erst holst du dir der Länge nach alle Schlaufen auf die Nadel. Im zweiten Durchgang holst du den Arbeitsfaden durch die gebildeten Schlaufen hindurch und beginnst wieder von vorne. Die dichte Struktur eignet sich gut für Körbe, Teppiche und Kissen.
Du hast dich für eine Technik entschieden? Los geht's
Herzlichen Glückwunsch, du hast es bis hier hin geschafft! Jetzt weißt du hoffentlich, welche Technik die passende für dich ist und kannst direkt starten. Hier findest du alle anfängerfreundlichen Anleitungen fürs Stricken oder Häkeln. Entdecke auch unsere kostenlosen Strick- und Häkelanleitungen.
Jetzt bist du dran.
Stricken oder Häkeln: Du hast eine klare Meinung?
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